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Sector Supplements – Ökonomie

EU7 Programme zum Demand Side Management

Die Schwerpunkte der Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsprojekte der EVN lagen im Geschäftsjahr 2011/12 im Bereich der CCS-Technologien (Carbon Capture and Storage). Mit dem Projekt „CO2USE“ wird die Umsetzung von CO2 mit Algen und Sonnenlicht zu Biokunststoff erforscht. Ein weiteres innovatives Forschungsprojekt stellt „GECO – Green Energy and Conversion“ dar: Der signifikante Ausbau von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie führt gegenwärtig zu einem Paradigmenwechsel in der Elektrizitätswirtschaft. Zusätzlich zu Tagesschwankungen gibt es auch erhebliche saisonale Unterschiede bei der Stromproduktion aus Windkraft und Photovoltaik. Dies führt zum einen zu einer Instabilität des Betriebs konventioneller Kraftwerke, da diese nicht unterhalb einer Mindestlast betrieben werden können und deren periodische Außerbetriebnahme erhebliche Kosten verursacht. Zum anderen sind damit eine hohe Volatilität auf dem Markt für elektrische Energie und starke Preisschwankungen Verbunden. Zusätzlich gibt es momentan nur begrenzte Speichermöglichkeiten von elektrischem Strom. Das Projekt GECO untersucht daher im Rahmen einer Machbarkeitsstudie, ob die Speicherung des Überschusses an erneuerbarem Strom als Methan im Erdgasnetz möglich ist. Dabei wird erprobt, inwieweit Kohlenwasserstoffe in Perioden des Energiemangels als Energieträger sowohl in der Stromerzeugung als auch in der Mobilität genutzt werden können.

CO2 -Abscheideanlage am Kraftwerk Dürnrohr

Im September 2011 wurde die CO2-Abscheideanlage am Kraftwerk Dürnrohr eröffnet. Die Versuchsanlage, die in Kooperation mit ANDRITZ Energy & Environment und der TU Wien konzipiert, errichtet und in Betrieb genommen wurde, untersucht die Separation des Kohlendioxids (CO2) aus dem Rauchgas des Kohle-/Gas-Kraftwerks in Dürnrohr. Ziel ist es, die CO2-Emissionen zu senken, das Separationsverfahren industriell weiter zu erforschen und gleichzeitig reines CO2 für die künftige Nutzung als wertvollen Rohstoff zu gewinnen.

Funktionsweise der CO2-Abscheideanlage

    1. Nach der Entstickung (NOx), Entschwefelung (SO2) und Entstaubung (Partikel) wird das Kraftwerksrauchgas gekühlt und einer Dekarbonisierung (CO2) zugeführt.
    2. Im Absorber wird das Rauchgas mit einer Waschflüssigkeit bei 40 °C von CO2 gereinigt.
    3. Das großteils von CO2 gereinigte Gas wird an die Umgebung abgegeben. Es besteht nun hauptsächlich aus Stickstoff (N2), Sauerstoff (O2) und Wasserdampf (H2O).
    4. Der Wärmeaustauscher dient zum Aufheizen der angereicherten bzw. zum Abkühlen der gereinigten Waschflüssigkeit.
    5. Im Desorber wird die Waschflüssigkeit mit Wasserdampf bei mehr als 100 °C vom CO2 befreit.
    6. Um die notwendige Wärme bereitstellen zu können, ist ein Heizstab am unteren Ende des Desorbers angebracht.
    7. Das ausgetriebene CO2 wird mit Kompressoren verdichtet und in Glasflaschen abgefüllt.
    8. Auf diese Weise wird CO2 in reiner Form als wertvoller Rohstoff gewonnen und bei vielen Produkten in der chemischen wie auch in der Kosmetikindustrie, der Lebensmittelbranche (Limonaden, Mineralwasser), der Düngemittelproduktion und in Feuerlöschern eingesetzt.

Die derzeit laufenden Forschungsprojekte der EVN „Green Home“ und „Multifunktionaler Energiespeicher“ sind wichtige Bausteine für die Entwicklung eines energieeffizienten Haushalts der Zukunft. Auch im Forschungsprojekt zur Elektromobilität „emporA“ werden Aspekte des Demand Side Management behandelt.

Weiters gilt die EVN seit Jahren als kompetenter Ansprechpartner für alle Fragen der Energieversorgung und verfügt über eine breite Palette von Dienstleistungs- und Informationsangeboten sowohl für Haushalte als auch für Industrie- und Gewerbekunden sowie für Gemeinden. Das Portfolio wird laufend um neue Dienstleistungen erweitert.

Weitere Projekte der EVN:

  • Smart Metering: Im Oktober 2011 wurden die technischen Mindestanforderungen an die neuen Stromzähler (Smart Meter) per Verordnung der E-Control festgelegt. Die Messung und Speicherung von Zählerständen, die Speicherdauer der erfassten Daten sowie die Häufigkeit der Ausgabe der Daten an den Netzbetreiber wurden definiert.

    Bis Ende 2015 soll jeder Netzbetreiber mindestens 10 %, bis Ende 2017 mindestens 70 % und, im Rahmen der technischen Machbarkeit, bis Ende 2019 mindestens 95 % der an Corporate Social Responsibility — Ökonomische Verantwortung sein Netz angeschlossenen Zählpunkte mit intelligenten Messgeräten ausstatten. Smart Meter ermöglichen den Kunden, ihren Stromverbrauch jederzeit über ein Display abzulesen und über das Online-Energie-Management-System im Internet ihr Energiewerte-Profil zu analysieren. Die EVN wird ihre diesbezüglichen Kundenanlagen im Rahmen dieser Verordnung sukzessive umstellen.

  • Solarthermie-Projekt in Kooperation mit der NÖTECH NÖ Energieforschungs-, -planungs-, -betriebs- und -servicegesellschaft m.b.H., der HELIOVIS AG und der TU Wien: Zentraler Bestandteil dieser CSP (Concentrated Solar Power)-Demonstrationsanlage am Kraftwerkstandort Dürnrohr ist ein sogenannter HELIOtube (Sonnenkonzentrator). Dies ist ein aufblasbarer Sonnenkonzentrator aus Kunststofffolien, der mithilfe einer Spiegelfolie das Sonnenlicht konzentriert und es so wirtschaftlich nutzbar macht. In diesem HELIOtube, der dem Tagesverlauf der Sonne folgen kann, wird durch die reflektierende Membran die Sonnenstrahlung gebündelt und in einem Verdampferrohr wird Wasserdampf erzeugt, der anschließend energetisch verwertet werden kann. Die Demonstrationsanlage soll zu Forschungszwecken für die Dauer von etwa zwei Jahren betrieben werden und Erkenntnisse über die Einsatztauglichkeit im Dauerbetrieb, die Erzeugungskapazität und das Regelverhalten liefern.

  • Sludge2energy: Dieses Verfahren stellt die dezentrale Verknüpfung einer Klärschlammtrocknung mit nachgeschalteter Monoverbrennung und einer Stromerzeugung mittels Gasturbine dar und gewährleistet eine bestmögliche Mengenund Massenreduzierung des Klärschlamms. Zudem ist aufgrund der selbstgängigen (autarken) Verbrennung und Trocknung keine externe thermische Energie erforderlich. Der verbleibende Reststoff kann größtenteils (z. B. Bauindustrie) weiterverwertet werden. Siehe hierzu ebenfalls www.sludge2energy.eu.

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