Internationale Klimapolitik

Das Hauptziel der UNO-Klimaschutzkonferenz, die Ende 2010 in Mexiko stattfand, war, den in Kopenhagen gescheiterten Versuch, ein rechtliches Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll, das 2012 auslaufen wird, zu beschließen. Konsens konnte jedoch nur zum Minimalziel, Aufrechterhaltung des Kyoto-Protokolls bis 2012, gefunden werden; ein Nachfolgevertrag kam nicht zustande. Die Teilnehmerstaaten einigten sich dennoch auf die folgenden Ziele: Sie verpflichten sich, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Niveau auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Die Industrieländer nehmen die freiwilligen Zusagen von CO2-Einsparzielen zur Kenntnis, die sie 2009 am Klimagipfel in Kopenhagen vereinbart haben. Demnach werden sie die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 25 % bis 40 % reduzieren. Während der nächsten drei Jahre soll eine jährliche Soforthilfe von 10 Mrd. US Dollar in einen Fonds der UNO fließen, der zur Unterstützung von Ländern vorgesehen ist, die besonders stark vom Klimawandel bedroht sind. Bis 2020 sollen diese Finanzmittel zugunsten der Entwicklungsländer auf jährlich insgesamt 100 Mrd. US-Dollar aufgestockt werden, ohne dass dabei die konventionellen Entwicklungshilfegelder gekürzt werden dürfen. Die Mittel, die sowohl aus privaten als auch staatlichen Quellen stammen können, fließen in den neu gegründeten „Green Climate Fund“, der von der UNO verwaltet wird. Zudem wurde ein Waldschutzprogramm unter dem Namen REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation, Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung) beschlossen.

Die nächste UNO-Klimakonferenz findet vom 28. November bis 9. Dezember 2011 in Durban, Südafrika, statt. Das Ziel der Europäischen Union ist der Abschluss eines umfassenden rechtsverbindlichen Klimaschutzabkommens für die Zeit nach 2012, das den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf zwei Grad Celsius gegenüber vorindustriellem Niveau begrenzt.

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