Glossar

>American Depositary Receipts (ADR)
(ADR) In den USA handelbare Aktienzertifikate über nichtamerikanische Aktien; sie erleichtern nichtamerikanischen Unternehmen den Zugang zu US-Investoren.
>Buchwert je Aktie
Buchwert des Eigenkapitals dividiert durch die Anzahl der Aktien jeweils zum Bilanzstichtag.
>Capital Employed
Eigenkapital zuzüglich verzinsliches Fremdkapital bzw. Vermögen abzüglich nicht verzinslicher Verbindlichkeiten.
>Cash Flow
Saldo der Zahlungsströme (Zufluss und Abfluss) von liquiden Mitteln; dient als Indikator zur Beurteilung der Finanzkraft sowie der Fähigkeit eines Unternehmens, die Mittel für Dividendenzahlungen, Schuldentilgungen und Investitionsfinanzierungen aus eigener Kraft aufzubringen. Der Cash Flow wird in den Cash Flow aus dem operativen Bereich, den Cash Flow aus dem Investitionsbereich und den Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich gegliedert.
>Cash Generating Unit (CGU)
Kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die eigenständige Mittelzuflüsse generiert, die von Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten weitestgehend unabhängig sind. Der Barwert künftiger Cash Flows kann zur Bewertung der jeweiligen CGU herangezogen werden (siehe auch Werthaltigkeitsprüfung (Impairment-Test)).
>CO2
Chemische Bezeichnung für Kohlendioxid.
>CO2-Emissionshandel
Im Rahmen des EU-weiten Emissionshandelssystems teilen die Mitgliedsstaaten CO2-Emissionsrechte an Unternehmen zu. Unternehmen, deren tatsächliche CO2-Emissionen das Volumen der zugeteilten Zertifikate übersteigen, müssen zusätzliche Emissionsrechte zukaufen.
>Corporate Governance Kodex
„Verhaltensregel-Kodex“ für Kapitalgesellschaften, der die Grundsätze für die Führung und Überwachung eines Unternehmens festschreibt. Er stellt kein gesatztes Recht dar, sondern ein Regelwerk, dem sich Unternehmen freiwillig unterwerfen.
>Corporate Social Responsibility (CSR)
Nachhaltig orientierte Unternehmensführung. Auf freiwilliger Basis wird über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus im Sinne nachhaltiger Entwicklung agiert.
>Deckungsgrad
Verhältnis zwischen der Stromerzeugung in eigenen Kraftwerken und dem gesamten Stromverkaufsvolumen.
>Derivative Finanzinstrumente
Finanzinstrumente, die Rechte und Pflichten erzeugen, die sich von Marktentwicklungen ableiten, z.B. Optionen, Swaps, Futures. Durch den Einsatz derartiger Instrumente können Finanzrisiken minimiert werden.
>Dividendenrendite
Verhältnis zwischen der ausgeschütteten Dividende und dem Aktienkurs.
>Earnings before Interest and Taxes (EBIT)
Ergebnis vor Zinsen und Steuern, auch Betriebs- oder Operatives Ergebnis genannt; Messgröße für die operative Ertragskraft eines Unternehmens.
>Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (EBITDA)
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen oder Betriebsergebnis vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Dient auch als einfache Kenngröße für den Cash Flow.
>Economic Value Added (EVA)
Differenz aus Rendite-Spread (ROCE abzüglich Kapitalkostensatz) multipliziert mit dem durchschnittlichen Kapitaleinsatz (Capital Employed); Maß für die Wertschaffung eines Unternehmens
>E-Control GmbH (ECG)
Vom Gesetzgeber auf Grundlage des Energieliberalisierungsgesetzes eingerichtete Stelle zur Überwachung der Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Strom- und Gasmarkts. Bei Bedarf ist regulierend einzugreifen.
>Eigenkapitalquote
Verhältnis zwischen Eigen- und Gesamtkapital.
>Einwohnergleichwert (EGW)
Dient als Referenzwert der Schmutzfracht in der Wasserwirtschaft. Er gibt das Ä quivalent der Tagesmenge an Schmutzfracht im Abwasser eines Einwohners an und stellt somit eine bedeutende Komponente bei der Festsetzung der zu erwartenden biologischen Belastung von Kläranlagen dar.
>Einwohnerwert (EW)
Bestimmt die zu erwartende biologische Belastung von Kläranlagen. Er baut auf dem Einwohnergleichwert (EGW) auf und berechnet sich aus der Summe der Einwohner (EZ) und Einwohnergleichwerten: EW = EZ + EGW.
>ARA-Raum
Die Region um Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam ist der wichtigste Umschlagplatz für Mineralöl in Europa. Der Handel erfolgt durch kurzfristige Verträge. Die Preise schwanken erheblich, je nach Angebot und Nachfrage (siehe auch Spotmarkt/Spothandel). Die Rotterdamer Preisnotierungen sind maßgebend für das Ölpreisniveau in Europa.
>Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG)
Setzt die EU-Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie, die das Ziel der Liberalisierung des gemeinschaftlichen Energiemarkts verfolgt, in österreichisches Recht um.
>Emissionszertifikate
Die mit 1. Jänner 2005 im Rahmen der Umsetzung der Kyoto-Ziele in der EU eingeführten Emissionszertifikate gestatten die Emission bestimmter Mengen klimarelevanter Gase. Die Zertifikate werden im Rahmen des „Nationalen Allokationsplan“ in Abhängigkeit von den bisherigen Emissionen an die Emittenten vergeben.
>Ergebnis je Aktie
Konzernergebnis dividiert durch die durchschnittliche Anzahl der in Umlauf befindlichen Aktien.
>Erneuerbare Energien
Aus regenerativen Quellen gewonnene Energie (Sonnenenergie, Biomasse, Wasserkraft und Windenergie).
>Equity-Konsolidierung
Bilanzierungsmethode zur Berücksichtigung von Unternehmensanteilen, die nicht auf Basis einer Vollkonsolidierung mit allen Aktiva und Passiva in den Konzernabschluss einbezogen werden. Sie werden bei Erwerb zu Anschaffungskosten angesetzt und jährlich entsprechend dem anteiligen Eigenkapital fortgeschrieben. Der Anteil am jährlichen Erfolg des Beteiligungsunternehmens wird in der Konzern-Gewinn-und-Verlust- Rechnung erfasst.
>European Energy Exchange (EEX)
Die größte Energiebörse in Kontinentaleuropa mit Sitz in Leipzig. Ex-Dividendentag Tag, ab dem Aktien ohne Recht auf Dividende gehandelt werden. An diesem Tag wird die Höhe der Dividende vom Preis des Wertpapiers abgezogen.
>Fair Value
Auf effizienten Märkten unter Einbeziehung aller preisbeeinflussenden Faktoren ermittelter Preis, zu dem ein Geschäft zwischen voneinander unabhängigen Geschäftspartnern zustande kommen würde.
>Fossile Brennstoffe
In mehreren Millionen Jahren aus Biomasse entstandene Energierohstoffe wie Erdöl, Erdgas, Stein- und Braunkohle.
>Free Cash Flow (FCF)
Operativer Cash Flow minus Cash Flow aus dem Investitionsbereich; steht für Zahlungen aus der Finanzierungstätigkeit (Dividende und Kredittilgung) zur Verfügung.
>Ausschüttungsquote
Verhältnis zwischen der ausgeschütteten Dividende und dem Ergebnis je Aktie.
>Funds from Operations (FFO)
Operativer Cash Flow, bereinigt um das Zinsergebnis.
>Gearing
Verhältnis zwischen Nettoverschuldung und Eigenkapital.
>Global Reporting Initiative (GRI)
Initiative mit der Aufgabe, weltweit anwendbare Richtlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu entwickeln und so eine standardisierte Darstellung von Unternehmen in ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension zu erreichen.
>Grundlast/Spitzenlast
Als Grundlast bezeichnet man den über den gesamten Tagesverlauf im Wesentlichen konstanten Strombedarf; Spitzenlast hingegen ist eine kurzzeitig auftretende hohe Energienachfrage im Stromnetz.
>Hedge-Geschäft
Hedging ist ein Instrument des finanziellen Risikomanagements, das negative Marktwertveränderungen im Zins-, Währungsoder Kurswertbereich limitieren bzw. vermeiden soll. Das Unternehmen, das ein Geschäft „hedgen“ möchte, geht zu diesem Zweck eine weitere Transaktion ein, die mit dem Grundgeschäft gekoppelt ist.
>Heizgradsumme
Messgröße für den temperaturbedingten Energiebedarf für Heizzwecke.
>Horizontale Integration
Im wirtschaftlichen Sinn meint horizontale Integration das Zusammenfassen von Betrieben gleicher Produktionsstufe unter einem einheitlichen Management. Beispiel Energiewirtschaft: Ein Unternehmen vertreibt bzw. offeriert verschiedene Versorgungsformen bzw. Dienstleistungen (Strom, Gas, Wärme, Wasser, Abwasser, thermische Abfallverwertung; siehe Vertikale Integration bzw. Multi-Service-Utility).
>Interest Cover
Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zum Zinsaufwand.
>International Financial Reporting Interpretation Committee/Standard Interpretation Committee (IFRIC, vormals SIC)
Seine Aufgabe ist es, die vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten IFRS zu interpretieren und zu konkretisieren.
>Barrel
Weltweite Handelseinheit für Rohöl; für Rohöl und petrochemische Produkte gilt: 1 Barrel = 158,987 Liter.
>International Financial Reporting Standards/International Accounting Standards (IFRS, vormals IAS)
Die Bezeichnung IAS wurde 2001 auf IFRS geändert, bis dahin veröffentlichte IAS werden jedoch weiter unter der früheren Bezeichnung geführt. Sie werden vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegeben.
>International Securities Identification Number (ISIN)
Individuelle Wertpapier-Kennnummer, die der EDV-mäßigen Erfassung von Wertpapieren auf internationaler Ebene dient.
>Komponentenansatz
Gemäß IAS 16 sind Vermögenswerte in ihre wesentlichen Komponenten zu zerlegen und in weiterer Folge individuell zu bewerten und abzuschreiben. „Wesentlichkeit“ ist nicht hinlänglich definiert, vielmehr ergibt sie sich aus dem Gesamtzusammenhang (Relation der Kosten der Komponente zu den Gesamtkosten des Vermögenswerts).
>Konsolidierungskreis
Zum Konsolidierungskreis zählen alle Unternehmen, die in den Konzernabschluss einbezogen werden. Voraussetzung dafür ist ein beherrschender Einfluss der Muttergesellschaft. Dieser liegt dann vor, wenn die Muttergesellschaft direkt oder indirekt in der Lage ist, die Finanz- und Geschäftspolitik des Tochterunternehmens zu bestimmen. Die Einbeziehung einer Tochtergesellschaft beginnt mit dem Erlangen des beherrschenden Einflusses durch die Muttergesellschaft und endet bei dessen Wegfall.
>Kraft-Wärme-Kopplung (Cogeneration)
Gleichzeitige Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme in einer Energieerzeugungsanlage. Durch die kombinierte Produktion kann der Wirkungsgrad erhöht und damit die eingesetzte Primärenergie optimal genutzt werden.
>Kyoto-Protokoll
Internationales Abkommen zum Klimaschutz der UNO. Es definiert die Ziele für die Verringerung des Ausstoßes von CO2, die als Auslöser der globalen Erwärmung gelten. 1997 verabschiedet, trat das Kyoto-Protokoll offiziell am 16. Februar 2005 in Kraft.
>Management Approach
Darstellung der steuerungsrelevanten Komponenten eines Konzerns.
>Mark-to-Market
Bewertung von Finanztransaktionen zu aktuellen Marktpreisen.
>Markt-Risikoprämie (MRP)
Differenz zwischen der Rendite einer risikolosen und einer risikobehafteten Anlage. Diese Differenz ist die Entschädigung des Investors für zusätzlich eingegangene, nicht diversifizierbare Marktrisiken.
>Beta-Faktor (ß)
Risikomaß, das in die Berechnung des Eigenkapitalkostensatzes einfließt. Er drückt die Kurssensivität einer Aktie auf Veränderungen des Gesamtmarkts aus: ß > 1 = Aktie schwankt stärker als der Gesamtmarkt = höheres Risiko, ß < 1 = Aktie schwankt geringer als der Gesamtmarkt = niedrigeres Risiko.
>Messzahlen Energie
Energie (Wh) = Leistung x Zeit kWh Kilowattstunde: 1 Wattstunde (Wh) x 103 MWh Megawattstunde: 1 Wh x 106 GWh Gigawattstunde: 1 Wh x 109 Erdgas-Energieinhalt: 1 Nm3 Erdgas entspricht 11,07 kWh
>Multi-Service-Utility
Unternehmen, das verschiedene Versorgungs- bzw. Infrastrukturleistungen (Strom, Gas, Wärme, Wasser, Abfallwirtschaft u.ä.) aus einer Hand anbietet (siehe Horizontale Integration).
>Nachhaltigkeitsindex
In einem Wirtschaftsumfeld, das vermehrt durch Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung geprägt wird, bieten Nachhaltigkeitsindizes nachhaltig orientierten Investoren die Möglichkeit, gezielt in jene Unternehmen zu investieren, die hinsichtlich ihrer ökologischen und sozialen Leistungen führend sind und sich durch entsprechendes Verhalten gegenüber ihrer Umwelt und ihren Stakeholdern auszeichnen.
>Net Debt Coverage
Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zur verzinslichen Nettoverschuldung.
>Net Operating Profit after Tax (NOPAT)
Ergibt sich aus dem versteuerten Ergebnis vor Finanzierungskosten.
>Nettoverschuldung
Saldo aus zinstragenden Aktiv- und Passivpositionen (begebene Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten minus Ausleihungen, Wertpapiere und liquide Mittel).
>Netzverlust
Differenz zwischen der in ein Netzsystem eingespeisten und der entnommenen elektrischen Energie im Netzsystem. Netzverluste entstehen grundsätzlich aufgrund physikalischer Eigenschaften der Leitungen.
>Over the Counter (OTC)
Außerbörselicher Aktienhandel.
>Primärenergie
Energie, die aus natürlich vorkommenden Energieträgern zur Verfügung steht. Neben den fossilen Energieformen wie Erdgas, Mineralöl, Stein- und Braunkohle zählen auch Kernbrennstoffe wie Uran und erneuerbare Energiequellen wie Wasser, Sonne und Wind dazu.
>Bonitätsrating
Beurteilung von Emittenten bzw. Schuldnern entsprechend ihren wirtschaftlichen Verhältnissen; international bekannte Rating-Agenturen sind z.B. Standard & Poor‘s und Moody‘s.
>Quotenkonsolidierung
Bei der Quotenkonsolidierung werden die Vermögensgegenstände und Schulden sowie die Aufwendungen und Erträge des Tochterunternehmens nur entsprechend der Höhe der Beteiligung des Mutterunternehmens im Konzernabschluss berücksichtigt.
>Regulator
Behörde zur Überwachung der nicht-liberalisierten Monopolbereiche (z.B. Energienetze), um Wettbewerb und faire Preisfindung sicherzustellen (siehe E-Control GmbH (ECG)).
>Return on Capital Employed (ROCE)
Gibt die Rendite auf das in einem Unternehmen insgesamt eingesetzte Kapital an. Zur Berechnung dieser Messgröße wird das versteuerte Ergebnis zuzüglich der um Steuereffekte verminderten Zinsaufwendungen in Bezug zum buchmäßigen Kapitaleinsatz gesetzt. Beim operativen ROCE (OpROCE) werden Impairments, Einmaleffekte und die Marktbewertung der Verbund-Beteiligung nicht berücksichtigt, um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu zeigen.
>Return on Equity (ROE)
Zur Bestimmung der Eigenkapitalrendite (Return on Equity) – einer Messgröße für die Wertschaffung eines Unternehmens auf Basis des Eigenkapitals – wird das versteuerte Ergebnis in Bezug zum buchmäßigen Eigenkapital gesetzt.
>Risikomanagement
Potenzielle Risiken (Geschäfts-, Betriebs-, Finanz- und Ereignisrisiken) sollen durch geeignete Maßnahmen möglichst identifiziert, bewertet, abgefedert bzw. vermieden werden.
>Single-Buyer-Modell
Im Alleinabnehmer- (Single-Buyer-)Modell wird ein Alleinabnehmer als Monopolist bestimmt, der für den Betrieb des Übertragungsnetzes und den Kauf sowie Weiterverkauf von Strom zuständig ist. Der Single Buyer muss berechtigten Konsumenten Zugang zum Netz gewähren. Der mazedonische Strommarkt ist nach dem Single-Buyer-Modell organisiert.
>Spitzenlast
siehe Grundlast/ Spitzenlast.
>Spotmarkt/Spothandel
Allgemeine Bezeichnung für Märkte, auf denen Lieferung, Abnahme und Bezahlung (Clearing) unmittelbar nach dem Geschäftsabschluss erfolgen (siehe auch ARA-Raum).
>Syndizierte Kreditlinie
Von einem Bankenkonsortium verbindlich zugesagte Kreditlinie, die dem Unternehmen eine Kreditziehung in unterschiedlichen Beträgen, Laufzeiten und Währungen erlaubt.
>BOOT-Modell (Build, Own, Operate, Transfer)
Im Rahmen von BOOT-Projekten werden Anlagen für Kunden gebaut, finanziert und nach Ablauf einer zuvor vereinbarten, fixen Laufzeit ins Eigentum der Kunden übertragen.
>Terminmarkt
Im Gegensatz zum Spotmarkt fallen auf dem Terminmarkt das Verpflichtungs- und Erfüllungsgeschäft zeitlich auseinander. Bei Vertragsabschluss muss weder der Käufer die nötigen liquiden Mittel noch der Verkäufer den Handelsgegenstand besitzen. Der Preis der gehandelten Ware wird bereits im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festgesetzt.
>Thermische Abfallverwertung
Kontrollierte großtechnische Verbrennung von Abfall bei Temperaturen von mehr als 1.000 °C, die zu einer Zerstörung bzw. Entfrachtung von Schadstoffen führt. Gleichzeitig wird die im Abfall enthaltene Energie freigesetzt und – z.B. für Zwecke der Stromerzeugung oder der Fernwärmeversorgung – nutzbar gemacht.
>Total Shareholder Return
Maßzahl für die Wertentwicklung eines Aktienengagements über einen bestimmten Zeitraum unter Berücksichtigung der angefallenen Dividenden und der eingetretenen Kurssteigerung.
>Unbundling
Im Zuge der Liberalisierung der europäischen Strom- und Gasmärkte vorgeschriebene gesellschaftsrechtliche Entflechtung des Netzbereichs von den übrigen Funktionen eines Energieversorgungsunternehmens. Verschiedene Modelle kommen dafür in Betracht: Vollfunktionsmodell (Übertragung des Eigentums an eine Tochtergesellschaft), Pachtmodell (Verpachtung an eine Tochtergesellschaft), Betriebsführungsmodell (Betriebsführung durch eine solche; siehe Vollfunktionsmodell).
>UN Global Compact
Von der UNO ins Leben gerufene Initiative mit dem Ziel der Unterstützung ökologischer und ökonomischer Interessen in den Bereichen Menschenrechte, Arbeit, Umwelt und Korruption.
>Value at Risk (VaR)
Verfahren zur Berechnung des Verlustpotenzials aus der Preisänderung einer Handelsposition unter Annahme einer bestimmten Wahrscheinlichkeit.
>Vertikale Integration
Im wirtschaftlichen Sinn meint vertikale Integration das Zusammenfassen von Betrieben unterschiedlicher Produktionsstufen unter einer einheitlichen Unternehmensführung. Beispiel Energiewirtschaft: Aufbringung/Erzeugung, Übertragung/ Netz und Vertrieb werden von einem Unternehmen angeboten (siehe Horizontale Integration).
>Verwässerung
Eine Verwässerung tritt dann ein, wenn im Zuge einer Kapitalerhöhung der Unternehmenswert nicht im gleichen Verhältnis dem erhöhten Grundkapital angepasst wird. Kapitalverwässerung ist somit immer gegeben, wenn Gratisaktien ausgegeben werden oder die Emission junger Aktien unter dem Börsenkurs der alten Aktien erfolgt. Der Kurs der alten Aktien sinkt, die Werteinbuße wird als Verwässerung bezeichnet.
>Vollfunktionsmodell
Der im Zuge der Öffnung der europäischen Strom- und Gasmärkte geforderten Entflechtung des Netzbereichs von den übrigen Funktionen der Energieversorgung (Unbundling) wird im höchstmöglichen Ausmaß nachgegangen, indem nicht nur der Betrieb der Anlagen ausgegliedert wird, sondern auch das Eigentum an den Anlagen an den Betreiber übertragen wird. EVN hat sich für das Vollfunktionsmodell entschieden (siehe Unbundling).
>Brent
Die aus der Nordsee stammende, für Europa maßgebliche Rohölsorte.
>Weighted Average Cost of Capital (WACC)
Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten eines Unternehmens setzen sich aus Fremdund Eigenkapitalkosten, gewichtet nach ihren Anteilen am Gesamtkapital, zusammen. Als Fremdkapitalkosten werden die tatsächlichen durchschnittlichen Kreditzinsen – vermindert um den Steuervorteil – angesetzt, die Eigenkapitalkosten entsprechen der Rendite einer risikofreien Veranlagung zuzüglich eines für jedes Unternehmen individuell errechneten Risikoaufschlags.
>Werthaltigkeitsprüfung (Impairment Test)
Der Buchwert eines Vermögensgegenstands wird mit seinem Fair Value verglichen. Unterschreitet der Fair Value eines Vermögensgegenstands seinen Buchwert, ist eine außerplanmäßige Wertminderung vorzunehmen. Von besonderer Bedeutung ist dieses Instrument für Firmenwerte, da diese seit dem Geschäftsjahr 2004/05 nicht mehr planmäßig abgeschrieben werden, sondern zumindest einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest zu unterziehen sind. Im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen werden Cash Generating Units gebildet (siehe Cash Generating Unit (CGU)).
>Wertorientierte Unternehmenssteuerung
Der Fokus einer wertorientierten Unternehmenssteuerung liegt weniger auf den traditionellen Zielen wie Umsatz oder Gewinn als auf der Steigerung von Unternehmenswerten. Im Zentrum steht die Steigerung des Stakeholder Values, der neben den Interessen der Aktionäre sämtliche andere Anspruchsgruppen des Unternehmens berücksichtigt. Sämtliche Investitionsentscheidungen werden in diesem Sinne an ihrer Auswirkung auf den nachhaltigen Wertbeitrag gemessen. Als zentrale Kennzahlen zur Beurteilung der Wertentwicklung des operativen Geschäfts der EVN werden der Wertbeitrag (EVA – Economic Value Added, siehe Economic Value Added (EVA)) und die Kapitalrendite (ROCE – Return on Capital Employed, siehe Return on Capital Employed (ROCE)) herangezogen.
>Wertschöpfungsstufen
Der Stromsektor wird gemeinhin in die Wertschöpfungsstufen Erzeugung, Verteilung, Verkauf und Verbrauch aufgeteilt.
>Wirkungsgrad
Effizienz einer Anlage; Verhältnis zwischen Input und Output (z.B. Menge an erzeugter elektrischer Energie im Verhältnis zur eingesetzten Primärenergie).

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