Highlights 2017/18

Highlights 2017/18

Umsatz –6,5 % auf 2.072,6 Mio. Euro
EBIT +13,3 % auf 392,9 Mio. Euro
Konzernergebnis +1,4 % auf 254,6 Mio. Euro
Dividendenvorschlag 0,44 + 0,03 Euro Bonusdividende je Aktie

Ausbau der Windkraft –
Beitrag zum Systemwandel in Richtung Erneuerbare

Ausbau der Windkraft – Beitrag zum Systemwandel in Richtung Erneuerbare

Windkraft ist die regenerative Energieform der Zukunft. Ein modernes Windrad erzeugt umweltfreundlichen Strom – und spart durch den Ersatz von fossilen Energieträgern gegenüber konventioneller Stromerzeugung mehr als 4.000 t CO2 pro Jahr ein. Damit leistet Windenergie einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Gestaltung der Energiezukunft. Und unser Heimmarkt Niederösterreich bietet ausgezeichnete Standorte zu ihrer Nutzung. Einige Regionen zählen sogar zu den besten Binnenstandorten Europas. Wir sind schon heute der zweitgrößte Windkraftbetreiber in Österreich und verfügen aktuell über 19 Windparks (18 in Niederösterreich, einen in Bulgarien) mit 139 Windkraftanlagen und einer Gesamtleistung von rund 318 MW. Unser erklärtes Ziel ist es, Windenergie auch in Zukunft weiterzuentwickeln und ihr

Konsequente­ Umsetzung unserer­ Strategie mit 49 MW­ zusätzlicher Windkraft­kapazität­ allein 2017/ 18

Potenzial auszuschöpfen. Deshalb arbeiten wir ehrgeizig am Ausbau unserer Windkraftkapazitäten in Niederösterreich, unser mittelfristiges Ausbauziel lautet 500 MW. Auch im Geschäftsjahr 2017/18 konnten wir auf diesem Weg mit der Fertigstellung der beiden Windparks Oberwaltersdorf und Sommerein sowie dem Erwerb des Windparks Ebenfurth wichtige Etappenziele erreichen. Der Windpark in Oberwaltersdorf – er erreicht eine Gesamtleistung von 10 MW – liegt im windreichen Wiener Becken und ist mit seiner Nähe zu Abnehmern im Großraum Wien und zu den Betrieben des Industrieviertels ein perfektes Beispiel für die sinnvolle regionale Erschließung dieser umweltfreundlichen Ressource. In Sommerein liefern seit Sommer 2018 zehn Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 35 MW erneuerbaren Strom für rund 28.000 Haushalte.

Großbatteriespeicher Prottes bringt
wichtige Forschungsergebnisse

Großbatteriespeicher Prottes bringt wichtige Forschungsergebnisse

Die Speicherung von Strom bildet eine der wesentlichen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Systemwandel in Richtung Erneuerbare. Um in diesem Bereich an Erfahrung zu gewinnen, haben wir gemeinsam mit Forschungspartnern direkt neben unserem Windpark und Umspannwerk in Prottes einen Großbatteriespeicher errichtetet. Im November 2017 in Betrieb gegangen, hat die Anlage mittlerweile zahlreiche Tests und Versuche durchlaufen und dabei wertvolle Erkenntnisse für die Energiezukunft geliefert. So hat sich etwa gezeigt, dass ein Batteriespeicher Spannungsschwankungen im Ortsnetz, die durch Photovoltaik-Erzeugungsspitzen zu Mittag bzw. Nachfragespitzen in der Früh und am Abend entstehen, ausgleichen kann. Ebenso wurde in Prottes getestet, ob und wie Großbatterien die Netzfrequenz im überregionalen Netzbetrieb stabilisieren können. Doch auch in einer Extremsituation – einem sogenannten „Schwarzstarts“ im Fall eines kompletten Netzausfalls – hat sich die Pilotanlage bewährt. Windparks benötigen nämlich für ihren eigenen Betrieb stets Strom und können im Fall eines Blackouts eigenständig kein funktionierendes Netz wiederherstellen. In der Simulation eines solchen kompletten Netzausfalls beim Windpark Prottes erwies sich der Batteriespeicher als „schwarzstartfähig“, denn er konnte in Verbindung mit nur einer Windkraftanlage sukzessive wieder ein leistungsfähiges Netz aufbauen.

joulie – Innovatives webbasiertes
Photovoltaik-Paket

joulie – Innovatives webbasiertes Photovoltaik-Paket

Mit ein paar Klicks den Alltag zu organisieren, ist in vielen Lebensbereichen bereits eine Selbstverständlichkeit. Deshalb wollten auch wir unseren Smartphone-, Tablet- und PC-affinen Kunden neue Möglichkeiten eröffnen, ihre private Energieversorgung mittels App bzw. Internet maßgeschneidert völlig neu zu gestalten. Mit joulie ist uns das im Geschäftsjahr 2017/18 gelungen: Unter www.joulie.at können unsere Kunden ihre Photovoltaik-Anlage, Wärmepumpe oder E-Ladestation komfortabel online konfigurieren und direkt bestellen. Einmal installiert, werden die Geräte bequem über eine App gesteuert. Ein Online-Kundenportal ermöglicht zudem die papierlose Verwaltung aller Daten und Dokumente. Dabei ist joulie aber weit mehr als nur ein webbasierter Konfigurator oder eine Smart-Home-App. Denn joulie stellt im Hintergrund auch noch sicher, dass Geräte mit hohem Stromverbrauch optimal aus der eigenen Sonnenstromproduktion versorgt und Stromüberschüsse in unser Netz eingespeist werden.

Größtes überregiona­les Naturwärme­netz Österreichs

Größtes überregionales Naturwärmenetz Österreichs

Mit der Fertigstellung einer neuen Verbindungsleitung zwischen unseren Fernwärmeversorgungsgebieten Mödling und Baden haben wir mit Jänner 2018 südlich von Wien das größte Naturwärmenetz Österreichs geschaffen. 150 km Leitungen optimieren nun für elf Gemeinden die Versorgung mit Naturwärme aus den drei Biomasse-Heizwerken Mödling, Baden und Guntramsdorf. Der Gesamtabsatz in der Region beläuft sich auf rund 250 GWh pro Jahr, dies entspricht der Versorgung von etwa 30.000 Haushalten mit umweltfreundlicher Naturwärme.

Wichtige Akzente in Sachen Arbeitssicherheit und Datenschutz

Wichtige Akzente in Sachen Arbeitssicherheit und Datenschutz

Regelmäßig setzen wir bei der EVN auch interne Themenschwerpunkte, mit denen wir unserem Selbstverständnis als verantwortungsbewusst agierendes Unternehmen entsprechen. Einer dieser Schwerpunkte galt im Geschäftsjahr 2017/18 der weiteren Verbesserung der Arbeitssicherheit. Denn während die EVN im österreichischen Branchenvergleich hier bereits einen guten Platz einnimmt, besteht nach internationalem Maßstab noch Entwicklungspotenzial. Eine Reihe von Maßnahmen wurde deshalb verabschiedet, um die Sicherheitskultur im Unternehmen weiter zu verbessern und die Instrumentarien zur Gefahrenerkennung und -vermeidung weiter zu schärfen. Höhepunkt war im Juni 2018 der erste EVN Sicherheitstag, an dem der Vorstand das neue Sicherheitsleitbild und die siebengliedrige Sicherheitsstrategie der EVN präsentierte. Jährlich soll nun eine ähnliche Veranstaltung zum internen Austausch und zur weiteren Optimierung folgen. Im Datenschutz stellte die Umsetzung der seit Mai 2018 verbindlichen EU-Datenschutzgrundverordnung eine Mammutaufgabe dar, auf die sich unsere Experten abteilungsübergreifend über zwei Jahre hinweg intensiv vorbereitet hatten. Gerade als Unternehmen mit einer hohen Anzahl von Kunden – und damit auch umfangreichen, oft sensiblen Kundendaten – war es uns wichtig, die Einhaltung der neuen Datenschutzbestimmungen in allen Unternehmensbereichen vom ersten Tag an lückenlos zu gewährleisten.

Stärkung der Netzinfrastruktur –
Rückgrat der Energiezukunft

Stärkung der Netzinfrastruktur – Rückgrat der Energiezukunft

Wir betreiben konzernweit ein Stromnetz mit einer Länge von insgesamt 142.106 km, unser Gasnetz erstreckt sich über insgesamt 14.012 km. In Summe versorgen wir darüber mehr als 3,7 Millionen Kundenanlagen. Die Qualität dieser Netzinfrastruktur spielt eine entscheidende Rolle, wenn wir die Versorgungssicherheit unserer Kunden auf Dauer verlässlich garantieren wollen. Denn die aktuellen Änderungen im Energiesystem bringen große Herausforderungen mit sich – so z. B. die Einbindung vieler neuer dezentraler Produktionsanlagen, die hohe Volatilität der von Wind und Sonne abhängigen erneuerbaren Erzeugung oder auch einen

Nachhaltig verlässliche Versorgungssicherheit und Netzqualität – unser zentrales strategisches Ziel

deutlichen Wandel im Bedarfsbild unserer Kunden, geprägt von Phänomenen wie E-Mobilität, zunehmender Siedlungsdichte etc. Um auch in diesem Umfeld eine verlässliche Versorgung sicherstellen zu können, investieren wir laufend massiv in Erhaltung, Modernisierung und Ausbau unserer Netze. Allein im Geschäftsjahr 2017/18 haben wir rund 150 Mio. Euro für die Netzinfrastruktur (Strom und Erdgas) in Niederösterreich aufgewendet. Damit wurden rund 1.052 km an Leitungen saniert bzw. neu verlegt und zehn Umspannwerke auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Da der Bau von Leitungen immer auch einen Eingriff darstellt, achten wir bei diesen Maßnahmen stets auf eine sorgsame Einbettung in die Natur.

EVN Service Center-Familie
wächst kontinuierlich

EVN Service Center-Familie wächst kontinuierlich

Eines steht bei allen unseren Aktivitäten klar im Mittelpunkt: unsere Kunden und ihre Bedürfnisse. Deshalb gilt für unsere Service- und Beratungsleistungen auch stets der Anspruch höchster Professionalität und maximaler Kundennähe. Ein wichtiges Element dieses Ansatzes sind unsere Service Centers, mit denen wir unseren Kunden an zentral gelegenen Orten den einfachen, persönlichen Zugang zu unserer breiten Palette an Dienstleistungen, Serviceangeboten und Produkten „unter einem Dach“ ermöglichen. Das erste dieser Kundenzentren öffnete 2011 in Wiener Neustadt seine Pforten, mittlerweile nehmen hier jährlich rund 10.000 Kunden das Angebot persönlicher Beratung und individueller Services in Anspruch. Beflügelt von überaus positivem Kundenfeedback haben wir in den folgenden Jahren sechs weitere Service Centers geschaffen. Nach einer Neugestaltung und Modernisierung unseres Kundenshops in Wiener Neustadt im vergangenen Geschäftsjahr und der Eröffnung eines neuen Service Centers in Bruck an der Leitha im Herbst 2018, sollen in den nächsten Monaten nochmals fünf weitere Standorte folgen.

Topmoderne Abwasserinfrastruktur für internationale Kunden

Topmoderne Abwasserinfrastruktur für internationale Kunden

Einiges getan hat sich im vergangenen Geschäftsjahr auch in unserem Projektgeschäft: Größtes Projekt war hier ohne Zweifel die neue Zentralkläranlage für Prag, die im September 2018 nach knapp dreijähriger Bauzeit auf der Kaiserinsel im Zentrum der tschechischen Hauptstadt eröffnet wurde. Rund 15 Mio. Liter Abwasser werden hier nun pro Stunde behandelt. Besucher der Kaiserinsel oder des nahe gelegenen Prager Zoos merken davon allerdings kaum etwas, denn die Kläranlage arbeitet unterirdisch, verborgen unter einem Park. Unsere deutsche Tochtergesellschaft WTE Wassertechnik verantwortete gemeinsam mit einem Partner die gesamte Maschinen-, Elektro- und Verfahrenstechnik für die Anlage. Dabei war die technische Planungs- und Umsetzungskompetenz unserer Experten wieder sehr gefordert, musste doch der Betrieb der Anlage in hohem Maß ressourcenschonend und verbrauchsoptimiert ausgelegt sein. Zusätzliche Herausforderungen ergaben sich aus der geringen verfügbaren Fläche und dem ebenfalls erforderlichen Hochwasserschutz. All dies hat unser Team – wie schon in anderen Projekten zuvor – bestens gemeistert. Erfreuliche Fertigstellungsmeldungen gab es zudem auch aus Mazedonien: Hier konnten wir im Geschäftsjahr 2017/18 drei Kläranlagenprojekte an die auftraggebenden Gemeinden übergeben.

Sichere Trinkwasserversorgung für Niederösterreich

Sichere Trinkwasserversorgung für Niederösterreich

Auch in der Trinkwasserversorgung setzen wir auf den Aus- und Neubau überregionaler Verbindungsleitungen und verbessern dadurch kontinuierlich die Versorgungssicherheit. Zusätzlich reduzieren wir in Regionen mit überdurchschnittlich hohem Härtegrad die Wasserhärte vermehrt mittels Membrantechnik, ganz ohne Zusatz von Chemikalien. In drei Naturfilteranlagen verbessern wir die Trinkwasserqualität bereits auf diese natürliche Weise. Die vierte Anlage steht kurz vor ihrer Fertigstellung, weitere Projekte sind in Planung.

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